Ich lege gerne PDKs. Ich mag die technische Herausforderung der PDK-Anlage, und ich finde den Nutzen für die Patienten immer wieder auf Neue überzeugend. Und um ganz ehrlich zu sein: Der Loss of Resistance ist einfach ein mega glorreiches Gefühl.

Aber es gab definitiv auch Zeiten, als diese blöden PDKs mich fast wahnsinnig gemacht hätten. Da wollte einfach wochenlang keiner klappen. Aber wann immer ich mich geschlagen geben und oberärztliche Hilfe anfordern musste, konnte ich einen weiteren kleinen Trick lernen. Und hier ist meine Trick-Sammlung für dich: Das große PDK-Troubleshooting!

(CAVE: Dieser Artikel ersetzt natürlich nicht die praktische Lehre durch deine Oberärztinnen und Oberärzte. Er wird dir nur etwas bringen, wenn dir die Anlage eines PDK grundsätzlich vertraut ist. Falls nicht, gibt es hier beim Boa.Coach eine sehr detaillierte und gute Anleitung.)

1) Die Lagerung des Patienten

Bei der PDK-Anlage ist die Lagerung des Patienten wirklich wirklich das A und O. Mit einer guten Lagerung kannst du dir die Anlage nämlich unendlich erleichtern. Und die geht so:
Der Patient sitzt auf seinem Bett und lässt die Beine aus dem Bett heraushängen, sodass die Bettkante genau in den Kniekehlen des Patienten ist. Die Füße des Patienten stehen fest auf einem Hocker. Stelle sicher, dass die Sitzfläche gerade ist, und der Patient nicht in irgendeiner Mulde sitzt. Sowohl OP-Betten als auch Kreißsaalbetten haben an allen möglichen Stellen Aussparungen in der Matratze. Wenn dein Patient mit einer halben Pobacke da drin sitzt, sitzt er schief und du hast es schwer.

OP Tisch PDK Troubleshooting
Quelle: Medical Expo, modifiziert

2) Die Haltung des Patienten

Bevor du dich steril machst, demonstrierst du deinem Patienten die korrekte Haltung: Füße fest auf den Hocker stellen, Schultern locker hängen lassen, Hände in den Schoß legen (oder damit den Babybauch umarmen), Kinn auf die Brust nehmen und einen runden Rücken (Katzenbuckel) machen. Die Lendenlordose sollte in dieser Haltung quasi aufgehoben sein. Das schaut dann so aus:

Quelle: Trepel M (2012) Neuroanatomie. Struktur und Funktion, 5. Aufl. Elsevier Urban & Fischer, München

Manche Patienten ziehen beim ersten Pieks mit der lokalen Betäubung reflexartig den Rücken ein und gehen ins Hohlkreuz. Stelle dich darauf ein, dass du deine Patienten öfters an die korrekte Körperhaltung erinnern musst: Nach jedem Zucken, nach jeder Wehe, nach jedem Autsch sind die Schultern garantiert nicht mehr locker und der Katzenbuckel ist weg. Sag deinen Patienten immer wieder, dass sie dir den Rücken dort entgegen schieben sollen, wo sie deine Hände spüren.

3) Die lokale Betäubung

Nicht vergessen: Die Tuohy-Nadel hat mit 18 G ein ganz schönes Kaliber. Gib darum großzügig Lokalanästhesie! Ich ziehe mir immer die ganzen 10 ml aus der Ampulle auf und gebe je nach Beschaffenheit des Rückens mindestens 3-5 ml. Den Rest behalte ich am Tisch, falls ich noch mehr brauche. Ich gebe der Lokalen auch etwas mehr Zeit zum Einwirken. Beim Applizieren der Lokalen kann man auch mit der feinen Nadel ein wenig die Anatomie „abtasten“ und spüren, in welcher Tiefe sich das Ligamentum supraspinale befindet. Falls der Patient beim Vorschieben der Tuohy-Nadel noch Schmerzen spürt, kann man auch durch die Tuohy-Nadel etwas Lokalanästhesie nachapplizieren.

4) Die Punktionsstelle

Es gibt Rücken, die so schlank und definiert sind, dass man schon mit dem nackten Auge sieht, wo es hingehen soll. Und dann gibt es Rücken, die so gut gepolstert sind, dass man Mühe hat, überhaupt eine anatomische Struktur zu tasten. Die gröbsten Landmarken wie Beckenkamm und Schulterblatt sollten aber so gut wie immer zu entdecken sein. Notfalls kann man den Patienten bitten, kurz die Schultern zu heben. Kann man die Processus spinosi überhaupt nicht tasten hilft es manchmal, einen Schritt zurück zu treten, und den Rücken im Ganzen zu betrachten. Oft kann man mit Hilfe der paravertebralen Muskulatur den Verlauf der Wirbelsäule doch erkennen.
Überraschend, aber wahr: Patienten können fast immer sehr genau sagen, wo die Mitte des Rückens ist. Damit ist bei sonstiger Desorientierung schon viel gewonnen: Mit der Infiltrationsnadel der Lokalen kann man nun tasten, ob man recht bald auf Knochen stößt (dann hast du direkt den Processus spinosus getroffen und musst nach oben oder unten korrigieren), oder nicht (dann bist du wahrscheinlich genau richtig).

Bald geht es weiter mit Teil 2 des großen PDK-Troubleshootings. Um dir die Zeit bis dahin zu verkürzen, lies dir hier durch was man alles mit seinem PDK nicht machen sollte!

Herzliche Grüße,

Frau Sandmann